Import und Export in Deutschland

Das Wirtschaftsleben in Deutschland ist, wie in keinem anderen Land der Welt, auf Internationalität ausgerichtet. Deutschland ist Weltmeister im Exportieren, noch vor den USA. Jeder vierte Arbeitsplatz hängt hierzulande vom Export ab, jeder dritte Euro stammt aus Außenhandelsgeschäften.

Der hohe und stetig wachsende Export deutscher Güter bestätigt die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Internationale Unternehmen investieren mit steigendem Anteil in den Wirtschaftsstandort Deutschland und unterstreichen damit das positive wirtschaftliche Klima Deutschlands.

Die wichtigsten Handelspartner Deutschlands

Die westlichen Industrieländer sind mit Abstand die wichtigsten Handelspartner Deutschlands und größtenteils Mitglieder der Europäischen Union. Über 50% seiner Exporte liefert Deutschland in Mitgliedsstaaten der EU. Insgesamt werden mehr als 70% der Ausfuhren innerhalb Europas geleistet. Im Gegenzug haben ebenfalls rund 70% der Einfuhren ihren Ursprung in Europa. Dabei ist Frankreich mit Abstand der wichtigste Handelspartner, er steht sowohl bei den Exporten als auch bei den Importen an erster Stelle. Bei den Importen folgen die Niederlande und die USA. Bei den Exporten sind es die USA an zweiter Stelle nach Frankreich und vor Großbritannien. Mittel- und osteuropäische Staaten nehmen eine wachsende Bedeutung im deutschen Außenhandel ein, insbesondere Ungarn, Polen und Tschechien. Deutschland ist eine der führenden Industrienationen der Welt und hat seine Wettbewerbsfähigkeit in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut. Bei Betrachtung der nach Branchen aufgeschlüsselten Kennzahlen im innereuropäischen Handel stellt man ebenfalls fest, dass Deutschland seine starke Stellung behaupten konnte. Die Automobilindustrie steigerte ihren Anteil auf über 52%, der Maschinenbau von 42 auf 44% und die Branche mit Büromaschinen und Geräten zur Datenverarbeitung sogar um knapp 5% auf über 29%.

Deutschland muss den größten Teil der Rohstoffe importieren

Insgesamt steht Deutschland mit der wirtschaftlichen Gesamtleistung an dritter Stelle. Deutschland ist ein rohstoffarmes Land, Energieimporte sind daher von besonderer Bedeutung. So wurden 2008 je Einwohner 1.520 Liter Rohöl und 13.222 kWh Erdgas eingeführt. Allein die Länder Russland, Norwegen und die Niederlande lieferten davon 82% des Erdgases. Drei Viertel der deutschen Rohölimporte stammen ebenfalls aus nur vier Ländern: Russland, Großbritannien, Norwegen und Libyen. Noch vor drei Jahren schafften die vier Staaten gerade einmal 20%. Allein der Anteil des Nordseeöls erhöhte sich in dieser Zeit von einem Prozent auf über 30%. Viele Branchen verzeichneten bis zum dritten Quartal 2008 teilweise starke Zuwächse bei den jeweiligen Ein- und Ausfuhren. Ab dem vierten Quartal änderte sich dies infolge der Weltwirtschaftskrise, die Ein- und Ausfuhren gingen zurück. Im ersten Halbjahr 2009 verringerten sich dann bei Kraftahrzeugen die Ausfuhren im Vergleich zum Vorjahr um 40%. Metalle verzeichneten ein Minus von 36,9%, Metallerzeugnisse gingen um 25,9% zurück und die chemische Industrie gab auch um 25,9% im internationalen Handel nach. Lediglich pharmazeutische Artikel konnten im Export noch um 4,7% zulegen. Bei den Importen waren ähnlich hohe Rückgänge zu verzeichnen. Sie fielen jedoch, zum Beispiel mit 22,4% in der Automobilindustrie, deutlich geringer aus als bei den Exporten. Kurz darauf stieg die Anzahl importierter Pkw wieder um 14%, wobei sich der Import von Kleinwagen fast verdoppelte, eine Folge der Abwrackprämie.

Picture: mispahn – Fotolia

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