Die wichtigsten Wirtschaftszweige Deutschlands

Deutschland ist die drittstärkste Volkswirtschaft der Welt, besitzt in der Europäischen Union das höchste Bruttosozialprodukt und ist Europas wichtigster Markt. Gleichzeitig belegt man hinter den USA den zweiten Platz im Welthandel.

Industrie, Dienstleistung und Handel

Der wichtigste Wirtschaftszweig Deutschlands ist die Industrie mit rund 49.000 Betrieben und mehr als 6 Millionen Mitarbeitern. 98% der Betriebe beschäftigen weniger als 500 Mitarbeiter und gehören somit dem Mittelstand an, der mit 33% am gesamten Industrieumsatz beteiligt ist. Der ständig an Bedeutung gewinnende Dienstleistungsbereich wächst seit Jahren erfolgreich und ist derzeit noch nur zweitwichtigster Wirtschaftszweig in Deutschland. Ein weiterer wichtiger Bereich ist das Handwerk. Es ist der vielseitigste der Wirtschaftsbereiche in Deutschland. Über 800.000 Mitarbeiter arbeiten in dieser Branche. In vielen Bereichen hat die deutsche Industrie mit ihrem breiten Spektrum eine Spitzenstellung inne. Als weltweit drittgrößter Automobilproduzent exportiert Deutschland 70% aller Fahrzeuge. Ebenso ist der Maschinen- und Anlagenbau von international herausragender Bedeutung. In der chemischen Industrie ist Deutschland ebenfalls weltweit führend. Auf schnellstem Weg Richtung Weltspitze und wichtigem Wirtschaftszweig sind die Bereiche Informations- und Biotechnologie sowie der Bereich Technologien zur Nutzung erneuerbarer Energien.

Standortvorteile

Die zentrale geografische Lage sorgt dafür, dass Deutschland, an der Schnittstelle zu den Märkten in Ost- und Südeuropa gelegen, über einen außergewöhnlichen Standortvorteil verfügt, auch für die übrigen Märkte außerhalb der Europäischen Union. Im Zusammenhang mit der Tatsache, dass in Deutschland international und innovativ tätige Unternehmen mit motivierten und qualifizierten Mitarbeitern tätig sind, ist Deutschland grundsätzlich nicht schlecht aufgestellt für die Zukunft. Die hervorragende Infrastruktur, Spitzenleistung in Entwicklung und Forschung sowie ein anerkanntes Ausbildungssystem erweitern die positiven Zukunftschancen. In der deutschen Wirtschaft herrscht das Prinzip der Sozialen Marktwirtschaft. Das Sozialstaatsprinzip ist im Grundgesetz verankert, dadurch ist eine vollkommen freie Marktwirtschaft ausgeschlossen. Die Soziale Marktwirtschaft wurde durch Wirtschaftsminister Ludwig Erhard, den späteren Bundeskanzler, eingeführt und bedeutet, dass die Folgen des Marktes durch sozialpolitische Maßnahmen abgefedert werden. Die Soziale Marktwirtschaft soll unsoziale Auswirkungen des Marktes ausgleichen, gleichzeitig den Marktkräften eine möglichst freie Entfaltung innerhalb erlaubter Grenzen ermöglichen. Dadurch soll das Angebot gesteigert und die Anbieter zu Innovationen motiviert werden. Die Gewinne und das Einkommen werden entsprechend der individuellen Leistung verteilt. Gleichzeitig wird durch die Soziale Marktwirtschaft übermäßige Macht verhindert, die Gesellschaft ist an Grundsatzentscheidungen beteiligt und profitiert von den Errungenschaften der Gesellschaft.

Rahmenbedingungen

Staat und Politik haben die Aufgabe, für den funktionierenden Wettbewerb die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen und die unterschiedlichen Interessen zu balancieren. Dabei ist er gefordert, Selbstständigkeit und eigenverantwortliches Handeln der Beteiligten zu fördern. Die Bedeutung und Innovationsfähigkeit der deutschen Wirtschaft auf den Weltmärkten wird auch dadurch verdeutlicht, dass die Messewirtschaft zu den führenden Branchen gehört und bei internationalen Messen weltweit Nummer eins ist. Zwei Drittel der führenden Messen der Welt finden in Deutschland statt. Beispielsweise die größte Industriemesse der Welt, die Hannovermesse oder die Frankfurter Buchmesse, die IAA in Frankfurt, die größte Automobilausstellung der Welt und schließlich noch die Cebit – und das sind lange noch nicht alle. Im Übrigen haben von den zehn weltweit führenden Messeveranstaltern fünf den Stammsitz in Deutschland.

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